Operationen bei chronischen Schmerzen
Operationen bei chronischen Schmerzen
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Rückenmarksstimulation
Die Rückenmarksstimulation (SCS für „spinal cord stimulation“) ist seit mittlerweile Jahrzehnten ein innovatives und vielseitiges Operationsverfahren in der Schmerztherapie, sofern eine medikamentöse Schmerztherapie keine ausreichende Linderung erreicht.
Dabei werden von einem Generator, der so groß ist wie ein Herzschrittmacher, elektrische Impulse über spezielle Elektroden an das Rückenmark oder an Nerven bzw. Spinalganglien abgegeben.
Je nach Schmerzbild kann das Rückenmark stimuliert werden, aber auch periphere Nerven (PNS für periphere Nervenstimulation), Spinalganglien oder das Kreuzdarmbeingelenk (ISG).
Besonders gut wirkt die Rückenmarksstimulation bei neuropathischen Schmerzen, bei Schmerzen im Zusammenhang mit diabetischen oder vaskulären Durchblutungsstörungen (pAVK) oder bei polyneuropathischen Schmerzen (bei Diabetes mellitus, nach Chemotherapie).
Außerdem lassen sich massive Schmerzzustände nach Extremitätenverletzungen und einem sich danach z. T. entwickelnden Morbus Sudeck (CRPS: Complex Regional Pain Syndrome) positiv beeinflussen.
Weitere prinzipielle Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich für die PNS bei chronischen Schmerzzuständen an Schulter und Knie, sofern die orthopädisch-unfallchirurgische Therapie ausgeschöpft ist.
Eine besondere Entwicklung hat die PNS für die Behandlung des ISG genommen.
Im Rahmen einer aktuellen (multizentrischen randomisierten) wissenschaftlichen Studie, an der wir maßgeblich beteiligt sind, haben wir ausgesprochen positive Ergebnisse beobachten und evaluieren können. (Link)
Die occipitale Nervenstimulation (ONS) ist eine weitere spezielle Möglichkeit der PNS.
Hiermit können durch Reizungen an den Occipitalnerven der Nacken-Hinterkopfregion verschiedene chronische, durch Medikamente schwer therapierbare Kopfschmerzsyndrome erfolgreich behandelt werden (chronische Migräne, cervikogene Kopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerzen, occipitale Neuralgie, paroxysmale Hemikranie).
Im Vorfeld ist dabei die enge Abstimmung mit Schmerztherapeuten bzw. einer neurologischen Kopfschmerzsprechstunde zur Indikationsprüfung zwingend erforderlich.
Bilder:
Die Implantation der Elektroden erfolgt entweder in Sedierung mit örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose (i. d. R. stationärer Aufenthalt für ca. zwei bis drei Tage). Die Elektroden werden über eine dünne Nadel unter Röntgen-Durchleuchtung im Spinalkanal (Epiduralraum) bei der SCS oder über dem Gelenk/Zielgebiet (für PNS) eingebracht. Dabei kann – je nach Schmerzbild – die Lage der Sonde während der Operation angepasst werden.
In einer nachfolgenden Testphase der implantierten Elektroden (max. 10-14 Tage) können die Patienten unter normalen Alltagsbedingungen testen, wie gut die Stimulation die Schmerzen lindert.
Dabei wird eine Elektrodenverlängerung, die vorübergehend aus dem Körper ausgeleitet wird, mit einem Teststimulator verbunden.
Überwiegend kann der Schmerz um ca. 70-80% reduziert werden, ebenso die Schmerzmedikation. Verläuft die Testphase positiv, kann die dauerhafte Generatorimplantation geplant und durchgeführt werden. Das Implantat kann später mit einem kleinen Steuergerät durch den Patienten selbst bedient und dabei verschiedene Stimulationsprogramme verwendet werden.
Die Stimulation kann so eingestellt werden, dass kontinuierliches leichtes Kribbeln die Schmerzen angenehm überlagert. Neueste Programme (z. b. „FAST“) sind vollkommen ohne wahrnehmbare Reize und ausgesprochen wirkungsvoll.
Mit der technischen Weiterentwicklung werden durch uns jetzt überwiegend MRT-fähige, wiederaufladbare Generatoren verwendet.
Bei Problemen können sich die Patienten jederzeit an den Operateur oder den Techniker der betreuenden Firma wenden.
Medikamentenpumpen zur intrathekalen Therapie
Nach dieser Testphase kann schließlich eine Medikamentenpumpe unter der Haut implantiert werden.
Ziel der Behandlung ist es, die Höhe der Dosierung von Morphinen durch die direkte Applikation im Nervenwasserraum des Rückenmarksbereich zu reduzieren. Dadurch werden allgemeine Nebenwirkungen wie z.B. Übelkeit deutlich reduziert.
Das Nachfüllen der Pumpe ist meist nur alle 60-70 Tage erforderlich und kann in unserer Praxis erfolgen.
Bei Spastik kann eine Testung mit Baclofen in ähnlicher Weise erfolgen. Die Reduktion der Spastik ist durch die Verwendung von modernen programmierbaren elektrischen Pumpen gut steuerbar.