Operationen an der Wirbelsäule

Operationen an der Wirbelsäule

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Eingriffe an der Halswirbelsäule

Verengungen eines Neuroforamens (Wurzelaustrittsloch) oder des Wirbelkanals an der Halswirbelsäule entwickeln sich meist sehr langsam. Oft machen sie nicht einmal Beschwerden. Wenn sie Beschwerden verursachen, dann sind es meist Schmerzen und Kribbelgefühle in den Armen und bis in die Finger hinein. Akute Halsbandscheibenvorfälle lösen die gleichen Beschwerden aus, jedoch mit viel größerer Heftigkeit. Im Vergleich zu den vielen chronischen Veränderungen sind sie seltener.

Wenn Beschwerden seitens der Halswirbelsäule über Jahre immer wieder auftreten, lohnt sich in vielen Fällen eine Behandlung mit Computertomographie-gestützten Injektionen (PRT). Meist setzt die Wirkung nach ein bis zwei Tagen ein und wird mit jeder PRT besser, bis die Beschwerden nach komplett verschwinden können. Sollte die konservative Therapie nicht helfen, ist ein operatives Vorgehen ggf. zu erwägen.

Der Standardeingriff an der Halswirbelsäule erfolgt von vorn durch den Hals in Vollnarkose (ventrale Diskektomie). Dabei wird ein kleiner Hautschnitt seitlich zwischen Kehlkopf und Muskulatur angelegt und zwischen Kehlkopf und Muskeln ein Weg entlang natürlicher Korridore bis direkt vor die Wirbelsäule gebahnt. Nach Einsetzen eines Sperrers wird die Bandscheibe von vorn ausgeräumt und mit einem Instrument etwas gedehnt, so dass der Neurochirurg unter dem Operationsmikroskop den hinteren Teil der Bandscheibe entfernen und das Rückenmark oder seine Wurzeln entlasten kann. Dabei wird das ausgetretene Gewebe oder die einengenden Knochenkanten entfernt. Am Ende der Operation (sog. ventrale Spondylodese) wird ein Platzhalter aus Kunststoff (PEEK) oder Titan in den leeren Bandscheibenraum eingepasst. In bestimmten Fällen kann eine vordere zusätzliche Verplattung notwendig sein. Das Material wächst in der Regel problemlos ein, bietet eine gute Stabilität sowie Aufrichtung und muss später nicht entfernt werden.

Die Implantation von Bandscheibenprothesen kann bei jungen Patienten von ca. unter 50 Jahren sinnvoll sein, wenn die Halswirbelsäule keine wesentlichen Degenerations- und Versteifungserscheinungen aufweist.

Ziel ist es hierbei, mit dem Erhalt einer annähernd physiologischen Beweglichkeit der operierten Höhe die Nachbarsegmente zu schonen. Damit kann es möglich sein, einem übermäßigen Verschleiß der Nachbarsegmente (engl. sog. adjacent disc disease) vorzubeugen.

Hierzu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Durch die langjährige Beschäftigung mit diesem Thema können wir Ihnen eine besondere Expertise anbieten.

LWS – Operationen bei Bandscheibenvorfällen

Bei akuten Schmerzen der Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in das Bein (Ischialgie) ist in den meisten Fällen eine konservative Behandlung mit Schmerzmedikamenten, ggf. Cortison, Physiotherapie und Wärme angezeigt. Sollte damit nach mehreren Wochen keine signifikante Besserung zu erzielen sein, ist die weitere Abklärung mittels Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie – MRT) angezeigt.

Bei aushaltbaren Schmerzen ohne hochgradige Lähmungen würde eine Computertomographie-gesteuerte Injektionsbehandlung (PRT) als Therapiemöglichkeit infrage kommen.

Sofern die Schmerzen sich jedoch nicht wesentlich verringern oder eine deutliche Lähmung auftreten sollte, wäre ein operativer Eingriff (abhängig von der bildgebenden Diagnostik) angezeigt.
Dieser wird stationär in Vollnarkose durchgeführt, je nach Umfang mit ca. vier Tagen Aufenthalt in der Klinik.
Bei einer Bandscheibenoperation wird in der Neurochirurgie standardmäßig mikrochirurgisch mit dem Operationsmikroskop gearbeitet. Endoskopische Zugänge bieten i. d. R. keinen dauerhaften Vorteil.
Bei der Operation wird so gering wie möglich und so viel wie nötig operiert: Oft genügt es, nur das ausgetretene Bandscheibengewebe (Sequester) zu entfernen. Erst während der Operation ergibt sich jedoch die endgültige Einschätzung unter dem Mikroskop, ob der Bandscheibenraum tatsächlich ausgeräumt werden muss.

Operationen bei Verengungen des Spinalkanals (Spinalkanalstenose)

Stenosen des Wirbelkanals können durch Vergrößerung der Wirbelgelenke im Alter entstehen, aber auch durch Verdickung der Bänder zwischen den Wirbeln, durch Gelenkzysten oder durch übermäßige Vermehrung der Fettpolster im Wirbelkanal. All das kann dazu führen, dass der mit Nervenwasser (Liquor) gefüllte Nervenwurzelschlauch von außen so sehr komprimiert wird, dass es zu Schmerzen in den Beinen oder auch im Rücken unter Bewegung kommt. Die schmerzfreie Gehstrecke kann dabei auf wenige Meter reduziert sein, so dass die Mobilität erheblich eingeschränkt wird.
Ähnliche Beschwerden (Verringerung der Gehstrecke, sog. Claudicatio spinalis) können auch durch Verengungen der Arterien (pAVK) der unteren Extremitäten ausgelöst werden. Dies muss bedacht und ggf. (internistisch-angiologisch) ausgeschlossen werden.
a die Veränderungen in der Regel nicht von selbst verschwinden, sondern im Laufe der Zeit eher zunehmen, ist eine Operation in diesen Fällen oft die beste Lösung.
Jedoch können Physiotherapie und rehabilitativer Sport eine Unterstützung bieten und sollten einer Operation unbedingt vorangestellt werden. Physiotherapie und Sport können den Prozess der zunehmenden Stenosierung positiv beeinflussen und sollten frühzeitig – sofern noch möglich – in den Behandlungsprozess integriert werden.
Nur wenn der Allgemeinzustand zu schlecht ist oder ein hohes Alter die Operation zu risikoreich erscheinen lässt, ist die Computertomographie-gestützte Injektion (PRT-periradikuläre Therapie) eine schmerzlindernde Alternative, die aber meist nur von begrenzter Dauer ist und funktionelle Einbußen (Paresen) nicht wesentlich verbessern kann.

Stabilisierungsoperationen (Spondylodese, Fixateur interne) bei degenerativen Veränderungen und nach Traumata der LWS

Mit zunehmendem Alter kommt es durch Alterungsprozesse bei relativ vielen Menschen nicht nur zu Verengungen des Wirbelkanals, sondern auch zu Instabilitäten (sog. Gleitwirbel (Spondylolisthesis)) oder Skoliosen (S-förmige Krümmung der Wirbelsäule). In bestimmten Fällen führt dies zu heftigen Schmerzen im Rücken und/oder in den Beinen, so dass die Gehstrecke immer weiter reduziert wird.
Diese Instabilitäten können zu einer Zunahme von Verengungen des Wirbelkanals (Spinalstenose) oder der Austrittslöcher von Nervenwurzeln (Foramenstenosen) führen.
Bei hohem Leidensdruck empfiehlt sich schließlich eine Operation. Das Wirbelgleiten ist dabei nur durch eine aufwendige Operation zu therapieren, bei der die Wirbel mit einem Schrauben-Stab-System (Fixateur interne) miteinander fixiert werden. Der Bandscheibenraum wird zusätzlich ein- oder beidseitig ausgeräumt und mit Knochen und einem Platzhalter (Cage) mit dem Ziel gefüllt, dass die Wirbel im Verlauf knöchern verschmelzen (Fusion). Teilweise ist eine spätere Entfernung der Implantate bei einfacheren Traumata und sicheren Fusionen denkbar.

Auch bei sich wiederholenden Bandscheibenvorfällen in der gleichen Bandscheibenetage können Stabilisierungsoperationen zur Vermeidung rezidivierender Bandscheibenvorfälle angezeigt sein.
Für Frakturen der LWS und BWS sind Stabilisierungsoperationen ebenfalls häufig erforderlich.

Bilder:
Roentgen 2 Höhen Spondylodese
Roentgen Spondylodese L5-S1

Stabilisierungs-Operationen können offen chirurgisch oder minimal-invasiv durchgeführt werden. Die Methoden richten sich nach der Komplexität der krankhaften Wirbelveränderungen. Unabhängig von der Technik ist auch bei mehrstündigen Operationen nur selten eine Bluttransfusion erforderlich. Die erste Mobilisierung des Patienten kann schon am Folgetag der Operation erfolgen. Die Gabe von Schmerzmitteln ist individuell verschieden und muss der Situation angepasst werden. In der Regel können Patienten nach einer solchen Operation nach fünf bis acht Tagen das Krankenhaus verlassen und wieder in die häusliche Umgebung zurückkehren. Eine Rehabilitation sollte hier frühestens nach sechs Wochen begonnen werden, um die innere Stabilisierung nicht zu früh und zu intensiv zu beanspruchen.

Bilder:
MRT Wirbelgleiten
Roentgen 3 Höhen Spondylodese

Die Erfolgsrate der Stabilisierungsoperationen hängt sehr von den vorbestehenden Beschwerden, der Ausprägung des Befundes und der beruflichen Belastung ab. Leichte körperliche Tätigkeiten sind i. d. R. wieder nach drei bis sechs Monaten möglich.

Minimal-invasive ISG-Arthrodese

Schmerzen des Kreuzdarmbeingelenkes (Iliosakrakalgelenk = ISG) sind sehr häufig und machen etwa 25% aller in das Bein und in den Rücken sowie in die Leiste ausstrahlenden Schmerzen aus. Meist ist es ein vorübergehender Zustand, der durch Medikamente und Physiotherapie gebessert werden kann. Bei sehr hartnäckigen, über Wochen andauernden Schmerzen sind Injektionen in/an das Iliosakralgelenk hilfreich, bildgestützt sowohl mit der Computertomographie als auch mit dem C-Bogen.
Injiziert wird in der Regel ein Gemisch aus Betäubungsmittel und entzündungshemmendem Cortison, ähnlich wie bei Knie- oder Hüftgelenksschmerzen. Nach ca. vier Injektionen im Abstand von etwa drei bis vier Wochen sind etwa 80% der so behandelten Patienten schmerzfrei oder haben nur noch geringe Schmerzen.

Wirken diese Injektionen nur kurz, so kann eine ISG-Arthrodese sehr hilfreich sein. Arthrodese heißt: „Gelenkversteifung“. Die Knochen des Beckens sind nur minimal gegeneinander beweglich, etwa 5° im ISG-Gelenk. Eine Versteifung wirkt sich kaum merkbar aus, kann aber den immer wiederkehrenden Schmerz in über 80 % deutlich reduzieren.
Eine neue minimal-invasive Methode (i-fuse Verfahren der Firma Si-bone) steht seit 2009 zur Verfügung und wird nun auch in Deutschland zunehmend und mit großem Erfolg angewandt. Die hohen Erfolgsraten sind in vielen international anerkannten Studien belegt und können auch durch unsere Erfahrung in den vergangenen Jahren bei über ca. 200 Patienten bestätigt werden.

Dabei werden in Vollnarkose dreieckige Titanstifte über einen 5 cm Hautschnitt seitlich am Becken in die Beckenknochen eingesetzt. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten. Nachfolgend erfolgt eine mehrtägige langsame Mobilisierung mit zwei Unterarmgehstützen, die drei Wochen benutzt werden sollten. Eine normale Belastung ist nach vier bis sechs Wochen bei den meisten Patienten möglich.

Bild:
Röntgen Fusion ISG

Kyphoplastie bei Wirbelkörperfrakturen
Osteoporotische Sinterungsfrakturen (Ermüdungsbrüche) können heftige Schmerzen verursachen. Eine minimal-invasive Einbringung von Knochenzement kann den eingebrochenen Wirbel wieder aufrichten und von innen zementieren. Die Schmerzen lassen rasch nach der Operation nach. Der behandelte Wirbel ist wieder belastbar. Der Eingriff kann über zwei stricknadeldicke Kanülen in Vollnarkose durchgeführt werden und ist mit drei bis vier Tagen stationärem Aufenthalt verbunden.
Die Erfolgsrate ist ausgesprochen hoch.
Zwingend erforderlich ist die nachfolgende genaue Ursachenklärung der Knochenerweichung und deren Therapieeinleitung.

Weitere Leistungen

Operationen bei chronischen Schmerzen

Operationen bei Nervenkompressionssyndromen

Interventionelle Therapie

Elektro-physiologie